Es ist schon eigenartig, und natürlich doof, wie mein Angstbereich ( ich nenne es mal so) zuverlässig funktioniert. Tochter hat Führerschein und schon sehe ich im Geiste Situation die mir Angst machen. Gar nicht mal da sie was falsche macht, nein viel verkorkster, das sie es mit Rüpeln zu tun bekommt. Jenen die aggressiv durch die Stadt fahren und meinen, die Stärke des Autos bestimmt wer Recht hat. Ich weiß, dass das völlig aus der Luft gegriffen ist aber die Bilder im Kopf sind da. Gestern war ich in der Werkstatt. Ölwechsel. Vielleicht zum letzten mal bei dem Auto? Wer weiß. Etwas das außerhalb meines Alltags liegt erschöpft mich. So auch gestern. Dann fallen mir beim lesen die Augen zu und ich nicke ein. Nur wegen einen Werkstermin der nicht zum Alltag gehört. Wenn ich für die Tochter Verkaufsangebote von Autos sichte bin ich danach auch erschöpft. Alles was nicht Alltag ist und mit Entscheidungen zusammen hängt erschöpft mich. Mir zu sagen, He das ist in Ordnung, du musst keine Angst oder Scham haben, ist erschöpfen. "Du darfst nicht alles glauben, was du denkst", da hat Kurt Krömer schon recht. Aber sich dieses immer wieder bewusst machen ist Schwerstarbeit. Ich bin müde.. aber ich muss ja noch.
Plötzlich nicht mehr sicher. Depression
Laufbahn meiner Depression. Meine Erfahrungen mit Kliniken, Therapien, Medikamenten.
Samstag, 8. August 2026
Freitag, 7. August 2026
Wieder Freitag
Wieder ein Tag der sich nach "Ich muss ja" anfühlt. Kein Leben, mehr ein "nur da sein". Aber neu ist das für mich ja auch nicht. Es fühlt sich schon seit Jahren so an. Schlimm ist dann nur wenn mir bewusst wird, andere im meinen Umfeld können leben. Ihr Ding machen, tun was ihnen gefällt und auch bekommt. Für mich gibt es nicht wirklich nachhaltig diese Empfindung. Klar es gibt auch mal gute Tage, aber die sind nun mal die Ausnahme. Ein leben.. mag einfach klingen, ist es aber nicht. Gefühlt werde ich immer müder, aber immer weniger Lust auf irgendwas. Das ist sicher auch zum Teil dem Alter geschuldet. Ein anderer Teil sind dann auch die Lebensumstände. Man lebt so nebeneinander her. Mehr ist da nicht mehr. Machen, machen müssen, mehr tun als wollen. War ja eigentlich schon immer so. Es wächst der Wunsch mir selbst gerecht zu werden. Ohne Konsequenzen. Darf ich doch auch, oder.
Mittwoch, 5. August 2026
Stolz.
Tochter hat jetzt Führerschein. Bin stolz auf sie. Prima, dass sie die Prüfung bestanden hat.
Dienstag, 4. August 2026
Stimmung ist bescheiden.
So ist das eben mit der Depression, eben noch alles toll und schwupp alles wieder Mist. Heute ist wieder ein Tag an dem ich denke, schiete, wieder wach geworden und nicht verstorben. Klingt schlimm und bitter, fühl sich aber so an. Wenn man, also ich, nur noch Probleme von der Zukunft erwartet, dann ist das so. Gutes erwarte ich nämlich nicht mehr. Ich möchte mich endlich um nichts mehr kümmern müssen, möchte nicht mehr gefragt werden "Kannst du mal"; Möchte niemanden mehr wecken oder fahren müssen; Für niemanden mehr irgendwo anrufen oder schreiben müssen. Ich möchte einfach nur allein sein. Müde, das trifft es immer wieder. Ich bin müde.
Sonntag, 2. August 2026
endlich mal wieder entspannt
Ich war wandern, im Wald, und um einen See. Tat wirklich gut. Das schwierige ist halt immer das Aufraffen. Wenn ich das geschafft habe wird es meisten auch ein guter Tag. Ruhe, Quasi keine Menschen, Lichtspiel durch die Bäume. Sehr angenehm.
Donnerstag, 30. Juli 2026
Alpträume.
Wieder mal oder besser gesagt, wann nicht. Nur die Art der Träume ändert sich. Letzte Nacht ging es um den Kater. Ich muss ihn einschläfern lassen. Nun der Tag wird kommen, je nachdem wie sich der Tumor entwickelt. Aber es ist eben jetzt schon Thema im Unterbewusstsein. Schiete. Ich träume auch schon mal von dem Moment, an dem wir hier ausziehen müssen. Dann laufen die vergangenen Jahre im Traum an mir vorbei. All die Wünsche die mal da waren, all jenes was vorbei ist. Meistens allerdings erlebe ich im Traum Situation von der Arbeit, von Stress dem wir ausgesetzt waren. All das was in den letzten Jahre vor der Schließung immer schlimmer wurde. Das sind dann die Träume die mich schweißnass aufwachen lassen. Erlebe im Traum den Zwang nicht handeln zu können. Machen, immer weiter machen für die Familie, dabei sich immer alleine fühlen weil das Vertrauen in die Partnerin dahin ist. Blöde Träume. Hilft nichts. In vielen Bereichen ist der Drops gelutscht. Durch andere, aber auch du mich selbst. Es gibt keine zweite Chance.. und das ist auch gut so.
Dienstag, 28. Juli 2026
Man ist mir die Welt gerade zuwider.
Die Menschen sind immer weniger in der Lage miteinander umzugehen. Wenn man, so wie ich, ohnehin schon Probleme mit der Psyche hat, nimmt man das extrem wahr. Wenn ich diese Welt mal verlasse werde ich ihr keine Träne nachweinen.